Unsere Kinder haben keine Alternative.
Der Verkehr schon.

Ja zum Zusatzkredit A4-Zubringer...

Nachtrag zu unserer Stellungnahme vom Dezember 2021

31.12.2021: IG Sicherer Schulweg fordert Klarheit bezüglich weiterer Projektierung der Dorfstrasse

Im Nachgang zur Stellungnahme vom 6. Dezember (siehe unten) sowie zur Info-Veranstaltung der Gemeinde vom 16. Dezember 2021 möchte die IG Sicherer Schulweg vom Gemeinderat wissen, inwiefern die geforderten Verbesserungen bei der Neugestaltung der Dorfstrasse nun ins Projekt einfliessen.

  • Wird eine fixe Tempo-30-Strecke eingeplant auf der Dorfstrasse? Gemäss Planungsbüro ist dieser «Upgrade» ohne grössere Neuprojektierung möglich.
  • Hat der Gemeinderat vor, den LKW-Transitverkehr mit aller Konsequenz auf den Zubringer zu verlagern – und zwar von Beginn weg?

Dies zwei der zentralen Fragen, auf die wir uns eine rasche Antwort erhoffen. Den ganzen Brief vom 31.12.2021 mit ausführlicher Begründung der Forderungen und Fragen können Sie untenstehend lesen.


Komplettes Schreiben an den Gemeinderat mit ausführlicher Begründung lesen >>>

Stellungnahme der IG zum Projektvorschlag «Neugestaltung Dorfstrasse» des Obfelder Gemeinderates

Am 6. Dezember 2021 haben wir dem Gemeinderat Obfelden unsere Stellungnahme zum Projektvorschlag «Neugestaltung Dorfstrasse» übergeben. Sie lautet wie folgt:

1. Ausgangslage

Im beleuchtenden Bericht zur Volksabstimmung über den A4-Zubringer war erwähnt, dass mit flankierenden Massnahmen (FLAMA) wie zum Beispiel Tempo-30-Zonen, Umgestaltung von Knoten sowie Fussgängerschutzinseln die langfristige
Entlastung der Dorfstrasse unterstützt werden soll. Es wird auch erwähnt, dass ohne Entlastung der Ortsdurchfahrt durch den Zubringer der rechtzeitige Anschluss des ÖV am Bahnhof Affoltern langfristig nicht gewährleistet sei. Mit den vom Gemeinderat in der Vorstudie vorgeschlagenen baulichen Massnahmen soll deshalb ein Netzwiderstand realisiert werden, welcher die langfristige Entlastung der Dorfstrasse sichert, aber den ÖV nicht zu stark behindert. Gleichzeitig
sollen vorhandene Sicherheitsdefizite behoben werden. Auf die Signalisation von Tempo-30-Strecken wird verzichtet. Der angestrebte Effekt («gefahrenes Geschwindigkeitsniveau 30km/h») soll mit baulichen Massnahmen wie schmalere
Fahrbahn, Schutzinseln und Einengungen erreicht werden. Ebenso verzichtet der Gemeinderat im Projektvorschlag vom Herbst 2021 auf ein Lastwagen-Durchfahrverbot. Ein solches könne allenfalls später auf Basis der effektiv erreichten Verkehrszahlen thematisiert werden.

2. Beurteilung aus Sicht der IG Sicherer Schulweg

Netzwiderstand – LKW-Durchfahrverbot

Jedes Motorfahrzeug, welches den A4-Zubringer zur Autobahn nicht benutzt und stattdessen durchs Dorf zur Autobahn fährt, gefährdet unnötigerweise den Schulweg entlang der Dorfstrasse. Dies betrifft besonders den Lastwagenverkehr, weil
derselbe den Radstreifen mitbenutzen muss. Die Fahrt vom Rütli bis zum ehemaligen Hirschen ist über den Zubringer 850 Meter länger als durchs Dorf. (3.35 km statt 2.5 km) Über den Zubringer muss man also im Schnitt etwa 15 km/h schneller als durchs Dorf fahren können, will man keine Zeit verlieren. Es ist fraglich, ob die geplanten Netzwiderstände (schmalere Fahrbahn, Einengungen, Gestaltungselemente, Fahrbahnhaltestellen für den ÖV) genügen, damit der Umweg in Kauf genommen wird. Aus diesem Grund erachten wir ein Durchfahrverbot für Lastwagen von Beginn weg als notwendig. Nur so kann der Schwerverkehr konsequent auf den Zubringer verlagert werden.


Schulwegsicherheit - Einführung Tempo 30-Strecke

Uns ist klar, dass eine durchgängige Tempo-30-Strecke auf der Gesamtlänge der Dorfstrasse weder sinnvoll noch realistisch ist. Der aktuelle Vorschlag des Gemeinderats ist aber klar zu minimalistisch und birgt die Gefahr, dass PKW ausserhalb
der Stosszeiten doch wieder über die Dorfstrasse zum A4-Zubringer fahren. Damit der längere Weg über den A4-Zubringer auch von PKW-Fahrer:innen in jedem Fall angenommen wird und nicht unnötige Ortsdurchfahrten den Schulweg und die Lebensqualität im Dorf gefährden, ist eine fixe Tempo-30-Strecke (z.B. von der Bächlerstrasse bis zur Bachstrasse) vorzusehen. Damit hält sich der Zeitverlust für den ÖV und die Notfallorganisationen in akzeptablen Grenzen. Aus unserer Sicht lässt sich die einmalige Chance, die sich für die Neugestaltung unserer Dorfstrasse bietet, nur so realisieren. Eine Tempo-30-Strecke in der Kernzone der Schulwege macht deutlich, dass der Langsamverkehr im Vordergrund steht und die Sicherheit der Schulwege klare Priorität hat.  Das Beispiel Ottenbach zeigt, dass dies möglich ist und die Aufenthalts- und Lebensqualität an der Dorfstrasse entscheidend verbessern wird. 


Sicherheit für Fussgänger und Radfahrende

Durch die vorgesehenen Trottoir-Überfahrten, den Einengungen und Schutzinseln wird die Sicherheit für Zufussgehende gegenüber dem heutigen Zustand verbessert. Für Radfahrende ist nur bergwärts ein Velostreifen vorgesehen. Man geht davon aus, dass die talwärts Fahrenden gleich schnell unterwegs sind wie der motorisierte Verkehr. Letzteres bezweifeln wir. Die Strasse verläuft nicht gleichmässig abwärts und Autofahrende werden immer versucht sein, zu überholen wo möglich. Ausserdem stellen die seitlich vorgesehenen Rinnen aus Natursteinpflästerungen eine Gefahr dar und werden von den Radfahrenden gemieden. Zudem besteht seit Anfang 2021 ein neues Gesetz, welches Kindern bis zwölf Jahren
das Befahren des Trottoirs bei fehlenden Radstreifen erlaubt. Also dürfen die Kinder das nur 2 Meter schmale Trottoir für die Talfahrt benutzen und es können Konflikte mit Fussgängern entstehen. Unsere Forderung zum Schutz der Velofahrenden: Auf der Dorfstrasse sollen in beiden Fahrtrichtungen Velostreifen vorgesehen werden.


Mitwirkung der Bevölkerung und Zeitverzug

Der Gemeinderat hat es bisher verpasst, die Gesamtbevölkerung in geeigneter Form in die Projektierung einzubeziehen. Dies muss dringend nachgeholt werden. Ebenso muss der Gemeinderat die Projektarbeit rund um die FLAMAs dringend höher priorisieren, um den sich abzeichnenden zeitlichen Rückstand in Bezug auf die Eröffnung des A4-Zubringers nicht noch weiter zu vergrössern.


3. Zusammenfassung – unser Antrag an den Gemeinderat

  • LKW-Durchfahrverbot von Beginn weg
  • Tempo-30-Strecke im Kernbereich der Schulwege (Bächlerstrasse bis Bachstrasse)
  • Beidseitige Fahrradstreifen
  • Mitwirkung Gesamtbevölkerung verstärken
  • Projekt höher priorisieren, so dass der Zeitverzug gegenüber A4-Zubringer-Eröffnung nicht zu gross wird

Der Vorstand IG Sicherer Schulweg (Mitglieder Obfelden): Philipp Schweiger, Co-Präsident, Marcel Hürlimann, Mirjam Heinemann, David Rittmeyer, Heinz Graf, Philipp Metzler, Jörg Rüdiger.

Eindeutige Ergebnisse bei unserer Online-Umfrage

Anlässlich des Projektvorschlags der Gemeinde Obfelden und den Forderungen seitens der IG haben wir Anfang Dezember via unserem Newsletter eine kleine, nicht repräsentative Online-Umfrage bei unseren Mitgliedern gestartet. Insgesamt haben bisher 70 Personen bei der Umfrage mitgemacht. Und die Ergebnisse sind eindeutig:

  • Ein generelles Durchfahrtsverbot für Lastwagen im Dorf wird von 90 % der Antwortenden befürwortet.
  • Eine Tempo-30-Zone im Kernbereich der Schulwege wird von 82.9% befürwortet.
  • Ein beidseitiger Radstreifen – auch talwärts – wird von 88.6% befürwortet.
  • Eine Begegnungszone beim Postareal inkl. Langsamverkehr wird von 75.7% befürwortet.


Die Ergebnisse zeigen, dass alle Forderungen des Vorstandes der IG auch eindeutig von den Mitgliedern unterstützt werden. Die IG Sicherer Schulweg dankt allen Teilnehmenden fürs Mitmachen.



Aktuelle Informationen des Kantons Zürich

Gerne verweisen wir an dieser Stelle auf die aktuelle Informationsplattform des Kantons Zürich, auf der Sie während der Bauphase, die von Herbst 2021 bis Mitte 2023 andauert, jederzeit aktuelle Informationen rund um die Baustelle, das Bauprojekt und den Baufortschritt finden. Kanton Zürich - Strassenprojekt Obfelden/Ottenbach >>>

Medienstelle für das Bauvorhaben
Kanton Zürich • Baudirektion • Medienstelle Thomas Maag • Walcheplatz 2, 8090 Zürich
Telefon +41 43 259 39 00 • media@bd.zh.chwww.zh.ch/bd

ENDLICH: Es geht los mit dem Bau des A4-Zubringers Obfelden/Ottenbach

24. August 2020: Ein riesengrosser Meilenstein für die IG Sicherer Schulweg: Heute fand der offizielle Spatenstich statt. Im Beisein von alt Regierungsrat Markus Kägi, dem Zürcher Baudirektor Martin Neukom sowie Jürg Röthlisberger, Direktor des Bundesamts für Strassen, haben Gemeindepräsident Stephan Hinners und seine Ottenbacher Amtskollegin Gaby Noser Fanger im Rahmen eines Medienanlasses den Startschuss dafür erteilt. Die Verdienste der IG Sicherer Schulweg wurden explizit gewürdigt. Es bestand Einigkeit darin, dass es dieses Projekt nicht geben würde ohne den rund achtjährigen beharrlichen Einsatz der IG sicherer Schulweg.

Die ersten Arbeiten finden mit der Baustelleninstallation auf freiem Feld im Gebiet Rebgarten zwischen Obfelden und Ottenbach statt. Dort wird bis im Oktober 2020 der Ober- und Unterboden abgetragen, bevor im Herbst an der Kreuzung Affoltern- /Muristrasse in Ottenbach die eigentlichen Strassenbauarbeiten beginnen. Verkehrseinschränkungen gibt es in Obfelden vorerst keine.

Die Zukunft der IG Sicherer Schulweg

Wie bereits früher erwähnt, ist unsere Arbeit weitgehend getan und wir freuen uns schon jetzt auf Eröffnungsfeier im Jahr 2023. Bis dahin bleibt die IG Sicherer Schulweg «stand-by». Wir beobachten den Baufortschritt sowie die Planung der flankierenden Massnahmen und werden uns wo nötig wieder zu Wort melden. 












Foto (v.l.n.r.): Philipp Schweiger (Co-Präsident Sicherer Schulweg), Gaby Noser Fanger (Gemeindepräsidentin Ottenbach), Stephan Hinners (Gemeindepräsident Obfelden), Philipp Metzler (Kommunikation, Sicherer Schulweg)

Weiterführende Informationen

Ein sicheres Erlebnis «Schulweg» für rund 1'000 Kinder und Jugendliche

Gemeinsam mit unseren rund 800 Supportern haben wir 2012 die kantonale Abstimmungskampagne für den A4-Zubringer geführt, mit dem Ziel, Obfelden und Ottenbach vom Durchgangs- und Schwerverkehr zum Autobahnanschluss Affoltern a. A. zu entlasten und den heute rund 1’000 Schülerinnen und Schülern ein sicheres Erlebnis «Schulweg» zu ermöglichen. Mit 62,6% Ja-Stimmen war die Kampagne ein durchschlagender Erfolg.

2019 beantragte der Regierungsrat einen Zusatzkredit für die Realisierung des A4-Zubringers. Doch auch diese Abstimmung im Kantonsparlament vom Januar 2020 endete letztlich mit einem klaren Ja von 111:43 Stimmen. Der Kantonsrat zeigte sich damit solidarisch mit der Bevölkerung der beiden Dörfer im Südwesten des Kantons Zürich und ebnete den Weg zum Baubeginn im Sommer 2020.

Weiterführende Informationen
bzgl. der Umsetzung des A4-Zubringers Obfelden/Ottenbach und des Baufortschritts entnehmen Sie zukünftig online der kantonalen Berichterstattung >>>

Für Medienanfragen und Stellungnahmen stehen weiterhin zur Verfügung
Philipp Schweiger, Co-Präsident IG Sicherer Schulweg, philipp@schweiger.ch
Bruno Hausheer, Co-Präsident IG Sicherer Schulweg, bhausheer@bluewin.ch

Verein IG Sicherer Schulweg

Die IG Sicherer Schulweg ist ein parteiübergreifender Verein von Eltern und Dorfbewohnern aus Obfelden und Ottenbach, die sich für Verkehrssicherheit, insbesondere sichere Schulwege und menschenfreundliche Dorfzentren einsetzt. 

Sie hat im Jahr 2012 die kantonale Abstimmungskampagne für den A4-Zubringer geführt, mit dem Ziel, Obfelden und Ottenbach vom Durchgangs- und Schwerverkehr zum Autobahnanschluss Affoltern a. A. zu entlasten und den heute über 1’000 Schülerinnen und Schülern ein sicheres Erlebnis «Schulweg» zu ermöglichen


Postadresse

Verein IG Sicherer Schulweg
c/o David Rittmeyer
Dorfstrasse 71
8912 Obfelden

Wir freuen uns über jede Spende!

IBAN: CH70 8080 8006 2295 3216 5
Kontoinhaber: Verein IG Sicherer Schulweg


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